{"id":11909,"date":"2023-01-13T17:50:50","date_gmt":"2023-01-13T16:50:50","guid":{"rendered":"https:\/\/mpg-do.de\/?p=11909"},"modified":"2023-01-13T17:50:51","modified_gmt":"2023-01-13T16:50:51","slug":"stolperstein-fuer-max-gruenewald","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mpg-do.de\/?p=11909","title":{"rendered":"Stolperstein f\u00fcr Max Gr\u00fcnewald"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erinnerungskultur am MPG<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In vielen St\u00e4dten Deutschlands und Europas st\u00f6\u00dft man auf die sogenannten<em>&nbsp;Stolpersteine<\/em>, die an das Schicksal der Menschen erinnern, die im Nationalsozialismus verfolgt, deportiert und ermordet wurden. 1992 wurde das Projekt durch den K\u00fcnstler Gunter Demnig ins Leben gerufen. Mittlerweile handelt es sich um das gr\u00f6\u00dfte dezentrale Mahnmal der Welt. Auch in Dortmund befinden sich mittlerweile eine Vielzahl dieser&nbsp;<em>Stolpersteine,<\/em>&nbsp;die an verschiedenen Orten in den Boden gelassen wurden.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Angeregt durch einen ehemaligen Sch\u00fcler des Max-Planck-Gymnasiums entstand im Jahr 2021, im Rahmen der Erinnerungskultur an unserer Schule, die Idee, einen Stolperstein f\u00fcr Max Gr\u00fcnewald und dessen Familie verlegen zu wollen, da auch dieser Sch\u00fcler des MPG war und von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Nach monatelanger Untersuchung der Familiengeschichte erhielt das Max-Planck-Gymnasium nun die Genehmigung zur Verlegung der Stolpersteine f\u00fcr Max Gr\u00fcnewald und dessen Familie. Diese werden im Juni in Dortmund verlegt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"811\" height=\"600\" src=\"https:\/\/mpg-do.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/53EBF1AC-3151-4730-9D4D-A6ED955E3AEE-811x600.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11911\" srcset=\"https:\/\/mpg-do.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/53EBF1AC-3151-4730-9D4D-A6ED955E3AEE-811x600.jpeg 811w, https:\/\/mpg-do.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/53EBF1AC-3151-4730-9D4D-A6ED955E3AEE-300x222.jpeg 300w, https:\/\/mpg-do.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/53EBF1AC-3151-4730-9D4D-A6ED955E3AEE-120x90.jpeg 120w, https:\/\/mpg-do.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/53EBF1AC-3151-4730-9D4D-A6ED955E3AEE-768x568.jpeg 768w, https:\/\/mpg-do.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/53EBF1AC-3151-4730-9D4D-A6ED955E3AEE-1536x1136.jpeg 1536w, https:\/\/mpg-do.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/53EBF1AC-3151-4730-9D4D-A6ED955E3AEE-2048x1515.jpeg 2048w, https:\/\/mpg-do.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/53EBF1AC-3151-4730-9D4D-A6ED955E3AEE-64x47.jpeg 64w, https:\/\/mpg-do.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/53EBF1AC-3151-4730-9D4D-A6ED955E3AEE-1568x1160.jpeg 1568w, https:\/\/mpg-do.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/53EBF1AC-3151-4730-9D4D-A6ED955E3AEE-1320x976.jpeg 1320w\" sizes=\"auto, (max-width: 811px) 100vw, 811px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Max Gr\u00fcnewald war Sch\u00fcler des Bismarck-Realgymnasiums, wie das Max-Planck-Gymnasium zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Kaiserreich hie\u00df, machte hier 1911 sein Abitur und war j\u00fcdischen Glaubens. Im Nationalsozialismus wurde Max Gr\u00fcnewald ermordet. Die Informationen \u00fcber Max Gr\u00fcnewald waren zum Zeitpunkt des Beginns der Recherchearbeit \u00fcberschaubar, denn viel mehr als die genannten Angaben waren leider nicht bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Februar 2022 schloss sich eine Gruppe Sch\u00fcler_innen aus den Jahrgangsstufen 9 und EF unter der Betreuung von Herrn Sch\u00fctte zusammen, um der Geschichte von Max Gr\u00fcnewald und dessen Familie nachzugehen. \u00dcber mehrere Monate recherchierten die Sch\u00fcler_innen, suchten nach Spuren und Quellen, schrieben Archive an und arbeiteten beispielsweise mit dem Stadtarchiv Dortmund, dem Landesarchiv in M\u00fcnster oder dem Bundesarchiv in Berlin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Recherche gestaltete sich dabei nicht immer einfach, da im Nationalsozialismus die Spuren vieler Juden absichtlich beseitigt wurden, der Gro\u00dfteil der Familie Gr\u00fcnewald im Holocaust ermordet wurde und somit auch viele Informationen nur sehr vereinzelt zustande kamen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dennoch setzten sich allm\u00e4hlich viele Puzzlest\u00fccke zusammen und es ergab sich ein Bild \u00fcber die Familie von Max Gr\u00fcnewald, dessen Ausbildung, das Berufsleben und die Zeit im Nationalsozialismus.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1280\" height=\"565\" src=\"https:\/\/mpg-do.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/3B71E609-E8D1-44CE-92EB-0849FE34AB21-1280x565.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11912\" srcset=\"https:\/\/mpg-do.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/3B71E609-E8D1-44CE-92EB-0849FE34AB21-1280x565.jpeg 1280w, https:\/\/mpg-do.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/3B71E609-E8D1-44CE-92EB-0849FE34AB21-300x132.jpeg 300w, https:\/\/mpg-do.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/3B71E609-E8D1-44CE-92EB-0849FE34AB21-768x339.jpeg 768w, https:\/\/mpg-do.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/3B71E609-E8D1-44CE-92EB-0849FE34AB21-1536x677.jpeg 1536w, https:\/\/mpg-do.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/3B71E609-E8D1-44CE-92EB-0849FE34AB21-2048x903.jpeg 2048w, https:\/\/mpg-do.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/3B71E609-E8D1-44CE-92EB-0849FE34AB21-64x28.jpeg 64w, https:\/\/mpg-do.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/3B71E609-E8D1-44CE-92EB-0849FE34AB21-1568x692.jpeg 1568w, https:\/\/mpg-do.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/3B71E609-E8D1-44CE-92EB-0849FE34AB21-1320x582.jpeg 1320w\" sizes=\"auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Max Gr\u00fcnewald wurde am 18.3.1892 in Dortmund geboren und hatte drei Geschwister, von denen zwei Br\u00fcder im Ersten Weltkrieg starben. Seine j\u00fcngere Schwester K\u00e4the emigrierte im Nationalsozialismus in die USA und war somit einzige \u00dcberlebende der Familie. 1911 machte Max Gr\u00fcnewald sein Abitur am damaligen Max-Planck-Gymnasium und studierte anschlie\u00dfend Medizin in Frankfurt am Main. Ab 1917 war er praktizierender Arzt in Dortmund, heiratete und wurde Vater von zwei T\u00f6chtern. Wohnort und Praxis lagen in der Dortmunder Innenstadt. Im Nationalsozialismus wurde es Max Gr\u00fcnewald verboten weiterhin wissenschaftliche Arbeiten zu ver\u00f6ffentlichen. Auch wurde er mit seiner Familie nach Dortmund-Huckarde zwangsumgesiedelt. Am 27.1.1942 wurde die Familie Gr\u00fcnewald vom Dortmunder S\u00fcdbahnhof in das Ghetto Riga deportiert, wo Max Gr\u00fcnewald, seine Frau Hildegard und die T\u00f6chter Hanna und Ruth schlie\u00dflich ermordet wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist bedr\u00fcckend und tragisch, dass die Familiengeschichte einer bis zur Zeit des Nationalsozialismus erfolgreichen und ganz normalen Dortmunder Familie endete, nur aufgrund der Zugeh\u00f6rigkeit zum Judentum. Umso erfreulicher ist es, dass der Familie Gr\u00fcnewald durch die Recherche ein Teil ihrer Geschichte zur\u00fcckgegeben werden konnte und wir der Familie durch die bald verlegten Stolpersteine gedenken und erinnern k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erinnerungskultur am MPG In vielen St\u00e4dten Deutschlands und Europas st\u00f6\u00dft man auf die sogenannten&nbsp;Stolpersteine, die an das Schicksal der Menschen erinnern, die im Nationalsozialismus verfolgt, deportiert und ermordet wurden. 1992 wurde das Projekt durch den K\u00fcnstler Gunter Demnig ins Leben gerufen. Mittlerweile handelt es sich um das gr\u00f6\u00dfte dezentrale Mahnmal der Welt. 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