{"id":3637,"date":"2017-03-06T12:39:51","date_gmt":"2017-03-06T11:39:51","guid":{"rendered":"http:\/\/news.mpg-dortmund.de\/?p=3637"},"modified":"2018-11-19T23:18:02","modified_gmt":"2018-11-19T22:18:02","slug":"biologie-leistungskurse-der-q1-mit-hilfe-der-dna-auf-den-spuren-unserer-vorfahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mpg-do.de\/?p=3637","title":{"rendered":"Mit Hilfe der DNA auf den Spuren unserer Vorfahren"},"content":{"rendered":"<p>Im Alfried-Krupp Sch\u00fclerlabor der Ruhr Universit\u00e4t Bochum galt es f\u00fcr uns als Q1-Biologiekurs herauszufinden, \u00fcber welchen Weg unsere Vorfahren vor vielen Tausend Jahren aus Afrika, der \u201eWiege der Menschheit\u201c, ins heutige Europa kamen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Dazu analysierten wir die mitochondriale DNA unserer Mundschleimhautzellen. Mitochondrien das sind die kleinen \u201eKraftwerke\u201c in all unseren Zellen, die die Energie f\u00fcr Bewegung, Stoffumbau und alle anderen Prozesse in der Zelle bereitstellen. Und diese \u201eKraftwerke\u201c besitzen eine eigene DNA, die sich mit Hilfe gentechnischer Verfahren gut untersuchen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr musste zun\u00e4chst einmal aus den Zellen die Mitochondrien-DNA isoliert und dann mit Hilfe verschiedener gentechnischer Verfahren aufbereitet werden.<\/p>\n<p>Polymerase-Kettenreaktion, kurz PCR, so hei\u00dft das Verfahren, mit dem man innerhalb kurzer Zeit wenige DNA-St\u00fcckchen 1000fach vervielf\u00e4ltigen kann. Das war wichtig, weil f\u00fcr die weiteren Analyseschritte mehr DNA ben\u00f6tigt wurde, als sich aus den Mitochondrien von uns isolieren lie\u00df. Aber auch wenn die DNA-Menge zun\u00e4chst einmal maschinell vertausendfacht wurde, mit dem blo\u00dfen Auge war sie noch immer nicht zu erkennen. Bis dahin dauerte es noch ein wenig&#8230;<\/p>\n<p>Im n\u00e4chsten Schritt lie\u00dfen wir die DNA deshalb mit Hilfe von Restriktionsenzymen, das sind molekulare Scheren, in verschieden gro\u00dfe Abschnitte zerschneiden.<\/p>\n<p>Die unterschiedlich gro\u00dfen DNA-Schnibsel kamen dann in eine Gelelektrophorese, in der sie ihrer Gr\u00f6\u00dfe nach aufgetrennt werden. Dazu wird ein elektrisches Feld erzeugt, welches daf\u00fcr sorgt, dass die DNA-St\u00fcckchen durch ein siebartiges, immer engmaschiger werdendes Gel wandern. Kleine Abschnitte gelangen somit schneller und weiter durch das Gel als gro\u00dfe Fragmente.<\/p>\n<p>Erneut war also pr\u00e4zises Arbeiten gefragt, denn das Gemisch der winzigen Mengen zerschnittener DNA, musste zun\u00e4chst in kleine Vertiefungen, den Startpositionen des Gels gegeben werden. Dies funktioniert nur mit Hilfe von Mikropipetten und einer ruhigen Hand. Geschafft! Den Rest erledigte die Gelelektrophorese dann von allein und wir konnten in Ruhe die Mensa besuchen&#8230;<\/p>\n<p>Nach Beendigung der Gelelektrophorese wurden die DNA-St\u00fcckchen dann angef\u00e4rbt und nun lie\u00df sich tats\u00e4chlich mit blo\u00dfem Auge erkennen, wie weit die DNA-Proben gewandert waren!<\/p>\n<p>Das Ergebnis: die Vorfahren aller Sch\u00fcler der beiden Kurse waren \u00fcber das Horn von Afrika nach Europa eingewandert. Viel wichtiger aber als diese Erkenntnis waren f\u00fcr die Sch\u00fcler wohl die praktischen Erfahrungen im Umgang mit den gentechnischen Verfahren: \u201eEs ist schon cool, wenn man die Methoden, die man im Unterricht ja nur theoretisch bespricht, auch mal selbst machen kann!\u201c Und vielleicht auch die Erfahrung, dass nach einem langen Labortag und trotz konzentriertem Arbeiten nicht unbedingt immer auch zufriedenstellende Ergebnisse als Tagesabschluss herauskamen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Alfried-Krupp Sch\u00fclerlabor der Ruhr Universit\u00e4t Bochum galt es f\u00fcr uns als Q1-Biologiekurs herauszufinden, \u00fcber welchen Weg unsere Vorfahren vor vielen Tausend Jahren aus Afrika, der \u201eWiege der Menschheit\u201c, ins heutige Europa kamen.<\/p>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":3638,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_crdt_document":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[137,213,125],"class_list":["post-3637","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","tag-biologie","tag-mint","tag-naturwissenschaften","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/mpg-do.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3637","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/mpg-do.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/mpg-do.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/mpg-do.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/13"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/mpg-do.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3637"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/mpg-do.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3637\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3673,"href":"https:\/\/mpg-do.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3637\/revisions\/3673"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/mpg-do.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/3638"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/mpg-do.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3637"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/mpg-do.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3637"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/mpg-do.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3637"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}