Im Oktober und November dieses Jahres reisten unsere Austauschschüler_innen der Jahrgangsstufen EF und Q1 in die USA. Die ersten Tage verbrachten wir in der Stadt Chicago, die ihrem Namen Windy City in jedem Fall gerecht wurde. Dass wir nicht vom Winde verweht wurden, verdanken wir bestimmt auch unserem 1A-Frühstück mit Bagels, Avocado und Rührei, das wir jeden Morgen gemeinsam in unserer Unterkunft zubereiteten und uns für die Tagestouren durch Chicago stärkte. Als wir dann abends mit plattgelaufenen Füßen, Tüten voller Starbucks-Becher, weiterer Souvenirs und immer dünner werdenden Portemonnaies zurück in unserer Unterkunft ankamen, freuten wir uns über ein gemeinsames Ausklingen des Tages bei Kartenspielen oder Filmen. Komödien wie White Chicks gehen schließlich immer!

Zu den Highlights unseres Programms gehörte definitiv die Architecture Boat Tour über den Chicago River, auf der wir viel über die historischen und architektonischen Besonderheiten der vielen beeindruckenden Skyscraper erfuhren. Nicht weniger spannend war das NBA Game der Chicago Bulls. Anlässlich des Saisonauftakts waren zu unserer großen Freude sogar alle Sitze mit Fan-T-Shirts der Heimmannschaft bestückt.
Beflügelt mit bleibenden Eindrücken aus Chicago und voller Vorfreude (wenn auch mit ein wenig Anspannung) haben wir uns schließlich mit dem Zug auf den Weg nach St. Louis, Missouri gemacht. Doch nach der Ankunft in den Gastfamilien haben sich die meisten anfänglichen Bedenken schnell gelegt. Und nach ganzen zwei Wochen fiel der Abschied sogar richtig schwer.

Wir sind froh, dass der Schulaustausch mit St. Louis und die damit verbundenen interkulturellen Erfahrungen allen Beteiligten so positiv in Erinnerung bleiben werden.
Umso mehr freuen wir uns auf den Besuch der Austauschgruppe aus St. Louis im Sommer 2026.

Die Austauschbegegnung wurde in Teilen aus Mitteln des German American Partnership Program (GAPP) des Auswärtigen Amts gefördert und durch den Pädagogischen Austauschdienst (PAD) des Sekretariats der Kultusministerkonferenz unterstützt.
Text: Kira Bald & Jonas Ben Mohamed

Reiseberichte unserer Austauschschülerinnen

Schulleben an der Ladue Highschool

Das Schulleben an der Ladue High School in St. Louis war sehr spannend, weil es sich deutlich von unserem unterschied!
Im Gegensatz zu unseren wechselnden Stundenplänen waren die Schultage fast immer gleich aufgebaut. Montags und mittwochs hatten wir Physical Education (P.E.), Seminar oder Child Development. Dienstags und donnerstags standen Mathe, Astronomie, St. Louis History oder Englisch auf dem Plan.​

Die Kurse dauerten zwischen 55 Minuten und 1,5 Stunden. White, Blue und Ram Days bestimmten, wie viele Kurse pro Tag stattfanden: White Days hatten vier längere, Ram Days acht kürzere Kurse.​

Klassische Pausen wie in Deutschland gab es nicht; während des Unterrichts durfte gegessen werden. Die einzige richtige Pause war die 30-minütige Lunch-Zeit (A-, B- und C-Lunch). Der Schultag ging von 7:30 bis 14:30 Uhr, anschließend folgten Sport- und Freizeitaktivitäten.

Text: Jenna K. (Schülerin der Q1)

Familienleben

In den Gastfamilien konnten wir das Leben einer amerikanischen Familie kennenlernen – bei jeder Familie war es anders. Frühstück war oft unwichtig, abends saßen wir aber oft zusammen beim Fernsehen. Unter der Woche war wenig Zeit für Ausflüge, an den Wochenenden unternahmen wir viel: Mountainbiken, Tanzproben, Kürbisse pflücken, Museen und Konzerte besuchen.

Text: Anna O. (Schülerin der EF)

Essen

Auch beim Essen gab es Unterschiede. Die Portionen waren meistens so groß, dass man Leftovers mitnehmen konnte. Viele Familien gingen essen oder bestellten. Andere aßen wenig und staunten, wie viel wir schafften („A whole pizza?!“) Unter den Spezialitäten, die wir probieren durften, waren zum Beispiel frittierte Ravioli, Detroit Style Pizza oder das Root Beer Float – ein Dessertgetränk aus Root Beer und Vanilleeis.
Text: Anna O. (Schülerin der EF)

Halloween

Während unseres Austauschs erlebten wir Halloween in den USA, und schon die ersten Eindrücke waren beeindruckend. Die Häuser waren deutlich kreativer dekoriert als bei uns. Überall gab es leuchtende Kürbisse, künstliche Spinnweben und riesige Figuren im Garten. Dadurch merkt man sofort, dass Halloween dort richtig zelebriert wird. Auch in der Schule war Halloween das Gesprächsthema. Viele Schülerinnen und Schüler sprachen darüber, welche Kostüme sie tragen würden oder welche Partys geplant waren. In den Geschäften war alles voller Verkleidungen, Deko und Süßigkeiten. Wir waren sogar in einem typischen amerikanischen Halloween-Shop namens SPIRIT HALLOWEEN, wo es wirklich alles gab, was man sich vorstellen kann.

Was mir besonders aufgefallen ist, war die Begeisterung der Menschen. Viele Familien bereiten sich stundenlang vor und geben sich viel Mühe. Am Abend von Halloween sitzen die meisten mit einem Tisch und einem Stuhl vor ihrem Haus. Der Tisch ist normalerweise komplett mit verschiedenen Süßigkeiten gefüllt. Die Kinder kommen dann vorbei, sagen „Trick or Treat“ und – was in manchen Gegenden Tradition ist – erzählen sogar einen kurzen Witz, bevor sie ihre Süßigkeiten bekommen. Das ist eine unglaubliche und auch schöne Erfahrung, die wir machen konnten.

Text: Nancy P. (Schülerin der EF)

Fotos: Kira Bald & Jonas Ben Mohamed