Vom 29. September bis zum 10. Oktober 2025 absolvierte eine Gruppe von 16 Schüler_innen, vorwiegend aus dem Portugiesisch-Zweig, das zweiwöchige Schülerpraktikum im Centro Social da Cova e Gala in Figueira da Foz an der portugiesischen Atlantikküste. Auf diese Möglichkeit wurden wir durch unsere Portugiesischlehrerin, Frau Costa, schon frühzeitig aufmerksam gemacht.

Ein Praktikum im Ausland erschien uns besonders reizvoll, da wir nicht nur Einblicke in den Arbeitsalltag einer sozialen Einrichtung gewinnen, sondern auch eine neue Kultur und Sprache im Alltag erleben wollten. Vor Beginn des Praktikums hatten wir einige Bedenken, vor allem hinsichtlich der Verständigung und unserer Integration in den Kindergartenalltag. Rückblickend können wir jedoch sagen, dass sich diese Sorgen schnell als unbegründet herausstellten.

Die Einrichtung

Das Centro Social da Cova e Gala wurde in den 1970er Jahren gegründet, um sozial benachteiligte Menschen in der Region zu unterstützen. Neben dem Kindergarten bietet die Einrichtung unter anderem eine Sozialkantine sowie verschiedene Hilfsangebote für Familien an. Wir waren im Kindergarten Creche e Jardim Escola da Morraceira eingesetzt, in dem etwa 120 Kinder im Alter von 6 Monaten bis 5 Jahren betreut werden.

Im Vergleich zu deutschen Einrichtungen wirkte die Ausstattung teilweise einfacher und etwas renovierungsbedürftig. Dennoch fiel uns positiv auf, wie professionell und engagiert die Erzieherinnen arbeiteten. In Portugal ist dieser Beruf mit einem Studium verbunden und genießt ein höheres gesellschaftliches Ansehen, was sich auch im pädagogischen Alltag widerspiegelte. Wir wurden unterschiedlichen Gruppen zugeteilt: Florentine betreute die 3- bis 4-Jährigen, während Zara in einer Gruppe mit älteren Kindern eingesetzt war.

Unser Arbeitsalltag

Unser Arbeitstag begann um 8:00 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück. Anschließend gingen wir zu Fuß zum Kindergarten, den wir nach etwa 20 Minuten erreichten. Der Tag startete dort um 9:15 Uhr mit einem Morgenkreis, in dem gesungen und gemeinsam in den Tag gestartet wurde.
Im weiteren Verlauf unterstützten wir die Kinder bei kreativen Tätigkeiten wie Basteln und Malen sowie beim freien Spielen. Besonders interessant fanden wir zusätzliche Angebote wie Englischunterricht, Yoga oder Zumba, die regelmäßig stattfanden. Gegen 11:00 Uhr halfen wir bei der Vorbereitung und Durchführung des Mittagessens sowie anschließend bei den Vorbereitungen für den Mittagsschlaf.

Am Nachmittag unterstützten wir bei weiteren Aktivitäten, lasen Geschichten vor und halfen bei kleineren Aufgaben wie dem Aufräumen oder Reinigen der Tische. Insgesamt war der Tagesablauf sehr abwechslungsreich und bot uns vielfältige Einblicke.

Besondere Erfahrungen

Eine besonders prägende Erfahrung war für uns der Umgang mit Kindern im Autismus-Spektrum. Es war sehr lehrreich zu beobachten, wie individuell auf die Bedürfnisse der Kinder eingegangen wurde und wie wichtig Geduld sowie klare Strukturen sind.

Zudem hat uns beeindruckt, wie schnell die Kinder Vertrauen zu uns aufgebaut haben. Trotz sprachlicher Unterschiede gelang die Kommunikation problemlos, häufig auch durch Gestik und Mimik. Besonders positiv fiel uns auf, wie viel Wert auf das Wohlbefinden der Kinder gelegt wurde und wie einfühlsam die Erzieherinnen auf ihre Bedürfnisse eingingen.
Erlebnisse außerhalb des Praktikums
Auch außerhalb des Kindergartens konnten wir viele neue Eindrücke sammeln. Ein besonderes Highlight war der Besuch der Universität Coimbra, bei dem wir einen interessanten Einblick in das portugiesische Studentenleben erhielten. Aber auch im Umkreis unserer Einrichtung selbst, hat uns die Nähe zum Strand, die kleine Stadt mit ihren vielen Restaurants und kleinen Geschäften, sehr zugesagt. Insgesamt hat uns der Aufenthalt selbstständiger gemacht und unsere Offenheit gegenüber neuen Situationen gestärkt.

Fazit

Zusammenfassend können wir sagen, dass das Praktikum unsere Erwartungen erfüllt und sogar übertroffen hat. Wir wurden herzlich aufgenommen, konnten aktiv mitarbeiten und viele wertvolle Erfahrungen sammeln – sowohl im beruflichen als auch im persönlichen Bereich. Diese Zeit wird uns ohne Zweifel für immer in Erinnerung bleiben. Deshalb gilt unser besonderer Dank an dieser Stelle Frau Costa und Frau Oliveira für die gute Betreuung und Organisation.

Florentine B. (10f) und Zara P. (10a)